Ausbildungscontrolling

09 Jul 2014

Ausbildungscontrolling –

Im täglichen Kontakt mit Ausbildungsleitern bekommen wir mit, dass die Themen „Planung und Steuerung“, sowie „Ausbildungscontrolling“ zunehmend wichtiger werden.

Auf die Frage, was den geplant, gesteuert und gemessen werden soll, kommen meist Aussagen wie: Bewerberanzahl, Fehltage, Leistungen der Azubis bei Prüfungen.

Im Gespräch stellt sich dann oft schnell heraus, dass man zwar ein Controlling benötigt, aber man nicht so recht weiß, welche Kennzahlen im Ausbildungsumfeld wichtig sind. Ein Zahlenfriedhof mit unendlich vielen Kennzahlen ist unserer Meinung nicht zielführend, sondern sorgt nur für Frust bei allen Beteiligten.

Welches sind nun die „richtigen“ Kennzahlen im Ausbildungscontrolling? Welche Daten kann man mit welchem Aufwand erheben und welche Aussagekraft haben diese Zahlen für die Planung und Steuerung der Ausbildung?

In unserem Seminar „Ausbildungscontrolling“ gehen wir genau auf solche Fragen ein und erarbeiten uns die ersten Lösungsansätze.

 

Hier ein kurzer Auszug von Kennzahlen im Ausbildungscontrolling mit denen wir bereits Erfahrungen gemachten haben:

 

Anzahl der Auszubildenden und Studenten

Diese Zahl ist besonders für Ausbildungsunternehmen interessant, die über mehrere Standorte verfügen. Auf einen Blick erhält man mit dieser Kennzahl den Überblick über die derzeitige Anzahl aller Azubis und Studenten. Angereichert werden diese Zahlen oft durch Zahlen zu Jahrgängen und Berufen

 

Produktivstunden der Azubis

Hinter dieser Zahl verbirgt sich die Anzahl der von Azubis geleisteten Stunden als wertschöpfender Faktor im Unternehmen. Dazu gehören Messeeinsätze, Vertretungen, Veranstaltungsbetreuungen, Vorbereitungen von Tagungen. Diese Zahl kann wichtig sein, um sich von der Diskussion „Ausbildung kostet nur…“zu entfernen

 

Geschlechterverteilung

Diese Kennzahl ermittelt das Geschlechterverhältnis aller Auszubildenden, da auch im Ausbildungsumfeld zunehmend auf Diversity geachtet wird. Diese Kennzahl wird aufgewertet durch die Zugehörigkeit der Geschlechter zu einzelnen Berufen.

 

Migrationsquote in der Ausbildung

Diese Kennzahl gibt Auskunft darüber, wie viele Azubis und Studenten einen Migrationshintergrund haben. (Achtung, geklärt werden muss unbedingt, was Sie unter Migrationshintergrund verstehen). Interessant ist diese Kennzahl, wenn Sie als Unternehmen international expandieren und heute schon daran denken, welche zukünftigen Mitarbeiter mit Kultur- und Sprachkenntnissen Sie benötigen.

 

Ausbildungsquote

Diese Kennzahl ermittelt den Anteil von Auszubildenden an der Belegschaft. Die Grundgesamtheit der Auszubildenden kann evtl. um Mitarbeiter erweitert werden, die sich in einem anderen Ausbildungsprogramm befinden (z.B. DH-Studenten). Mit der Kennzahl Ausbildungsquote beweisen Unternehmen gern ihre gesellschaftliche Verpflichtung und intern dient es sie als Indikator für Nachwuchsentwicklung

 

Schulbildung

Diese Kennzahl stellt die Auszubildenden gruppiert nach Schulabgängern dar. Besonders Interessant ist es, diese Kennzahl über einen längeren Untersuchungszeitraum zu deuten und auszuwerten.

 

Anzahl der Bewerbungen pro Ausbildungsberuf

Diese Kennzahl macht deutlich, wie viele Bewerbungen pro Ausbildungsberuf im Unternehmen eingehen. Interessant wird diese Kennzahl, wenn man sie in Beziehung zur Qualität der eingegangenen Bewerber stellt und ermittelt, welche Leistungen z.B. in einem Eignungstest erzielt wurden.

 

Dauer des Recruitingprozesses in der Ausbildung

Diese Kennzahl ermittelt die Zeit von der Veröffentlichung eines Ausbildungsplatzes bis zur Einstellungsentscheidung. Zu berücksichtigen ist allerdings, dass diese Kennzahl auch abhängig vom Bewerber sein kann (Bedenkzeit).

 

Praktikantenquote

Diese Kennzahl ermittelt die Anzahl der durchgeführten Praktika im Unternehmen und wird meist auch in Beziehung zu späteren Einstellungen bzw. Eignungstests gesehen.

 

Abbrecherquote

Diese Kennzahl ermittelt die Abbrecherquote innerhalb einer bestimmten Zeit (Probezeit, 1. Lehrjahr, 2. Lehrjahr). Zu berücksichtigen ist hier speziell im Ausbildungsumfeld, warum es zur Beendigung des Ausbildungsverhältnisses (Arbeitgeber- oder Arbeitnehmerseitig) kam.

 

Anzahl der eingereichten Verbesserungsvorschläge von Azubis

Diese Kennzahl ermittelt die Anzahl der eingereichten Verbesserungsvorschläge durch Auszubildende im Vergleich zu eingereichten Vorschlägen durch die Mitarbeiter

 

Ausbilderquote

Diese Kennzahl ermittelt die Anzahl der Ausbilder, welche die Azubis hauptamtlich betreuen. Eine Aufteilung kann in einzelne Berufsgruppen, Ausbildungsjahre oder Lehrgänge erfolgen.

 

Unbestritten sind Kennzahlen in der Ausbildung notwendig, um die vorhandenen Informationsmengen beherrschbar zu machen. Vergleiche, Benchmarks, und Trendaussagen wären ohne Kennzahlen so gut wie gar nicht darstellbar. Manchmal ist weniger aber auch mehr und die Analyse einiger wichtiger Kennzahlen ist zielführender als die Herstellung eines undurchschaubaren Friedhofs von Kennzahlen die zudem noch nicht mal aktuell gepflegt sind.

In der Praxis erlebt man auch, dass Symptome gemessen werden und dass man dann sehr schnell Rückschlüsse zieht. Manche Zahlen sind aber sehr komplex und man muss die Zusammenhänge mit anderen Zahlen unbedingt berücksichtigen.

enn man über einen gewissen Zeitraum Zahlen erhoben und Statistiken aufgebaut hat, folgen in der Regel die daraus resultierenden Handlungen. Auch diese sollte man kontinuierlich weiter verfolgen – sonst bringt alles Zählen, Messen und Steuern nichts.

In unserem Seminar „Ausbildungscontrolling“ nehmen wir Sie mit, in die spannende Welt des Ausbildungscontrollings. Sie erlernen die Grundlagen des Controllings in der Ausbildung, erfahren noch mehr über sinnvolle Kennzahlen und kommen mit anderen Gleichgesinnten in den Austausch.

 

 

 

 

 

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