Sexting unter den Azubis– und die Ausbilder schauen zu!

Sexting unter den Azubis– und die Ausbilder schauen zu!
17 Nov 2013

Zunächst eine kurze Erklärung für unsere Leser was es mit Sexting auf sich hat:

Was ist Sexting?

SextingUnter Sexting versteht man die Versendung von erotisch anmutenden Bildern über Nachrichtendienste wie Whats App oder Messenger. Das Wort setzt sich aus „Sex“ und „texting“ zusammen – solch ein erotisches Selbstporträt wird meist mit einem kurzen Text versandt. 

Unter Jugendlichen ist es schon fast ein Sport, sich gegenseitig Bilder in besonderen Posen, leicht oder gar nicht bekleidet, zu senden und zu tauschen. Ganz nach dem Motto: „Ich zeige dir meine Bilder und dafür zeigst du mir etwas von dir.“ 

In einem Ausbildungsunternehmen, in dem wir seit vielen Jahren Schulungen für Ausbilder durchführen, ereignete sich folgendes:

In einer Seminarpause kam ein Gespräch unter den Ausbildern auf, das Thema: „Umgang mit neuen Medien“. Viele konnten ihre Beobachtungen einbringen und über Dinge berichten, welche die Ausbilder täglich mit Handy, Smartphone und Facebook und Co. erleben.

Empörte Ausbilder

Ein Ausbilder erwähnte in der Gruppe, dass er ein Sexting-Bild von einem Azubi weitergeleitet bekommen hatte. Zu sehen war eine Auszubildende ohne Bekleidung. Die Empörung in der Gruppe war groß- dass es solche Bilder überhaupt gibt und dann auch noch unkontrolliert im Netz kursieren. 

Unser Trainer bekam die Diskussion mit und thematisierte seine Beobachtungen im weiteren Verlauf des Seminars.  Einige Ausbilder wussten seit Wochen, dass Bilder von einer Auszubildenden die „Runde“ machten und fleißig und teilweise hämisch kommentiert wurden. Allein die Tatsache, dass Ausbilder vom Sexting der eigenen Azubis wissen und keine weiteren Schritte einleiten, ist nicht duldbar und nicht mit unserer Aufgabe als Ausbilder unvereinbar!

Viele Ausbilderkollegen wussten mit dem Begriff Sexting überhaupt nichts anzufangen. Hier musste zunächst Klarheit über Möglichkeiten und Begrifflichkeiten geschaffen werden. Eine rege Diskussion schloss sich an, in der Themen wie „Kontrolle, Privatsphäre, Werte, Sanktionen und Aufklärung“ angesprochen wurden.

Wie nah sind wir an unserer Zielgruppe?

Fazit der Ausbildergruppe lautete: „Wenn wir als Ausbilder so etwas mitbekommen, müssen wir handeln! Die Ausbildungsleitung muss informiert werden und weitere Schritte müssen eingeleitet werden.“ Auf Wunsch der Ausbildergruppe informierten wir die Ausbildungsleitung, die sich auch sofort für dieses Thema Zeit nahm und die Gruppe im Seminarraum aufsuchte.  Auch für den Ausbildungsleiter war der Begriff „Sexting“ neu und er war erstaunt über die Themen, die junge Menschen heute beschäftigen. 

Der Ausbildungsleiter bedankte sich für die Offenheit der Gruppe und das Vertrauen, das er mit in dieses Thema einbezogen wurde. Auf eine schnelle Lösung oder Konsequenz wollte er sich, verständlicherweise, nicht einlassen. Die nächsten Schritte müssen wohl überlegt sein.

Eines ist im aber klar geworden und er sagte: „Mein Gott sind wir als Ausbildungsleiter und Ausbilder weit weg von unserer Zielgruppe. Wir müssen wissen, was heute „abgeht“ und verstehen, was Jugendliche beschäftigt und mit welchen Technologien wir es heute zu tun haben.“

Generation Z

Auf den nächsten Termin mit der Ausbildungsleitung sind wir von Smadias schon sehr gespannt. Der Ausbildungsleiter möchte zunächst im Führungskreis eine Kurzschulung über Trends der Generation Z.  Sexting, Snapchat, Chatroulette aber auch Bitcoins und Cosplay wird unser Trainer Josef Buschbacher mit der Ausbildungsleitung besprechen…

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Kommentare

  1. […] 1:           Sexting – und die Ausbilder schauen zu! (über 4200 […]

  2. […] Sexting, das Versenden von Bildern auf welchen man eher spärlich bekleidet ist, ist inzwischen für viele Jugendliche eine Selbstverständlichkeit. Auch wenn man sich nicht in einer Partnerschaft befindet, werden Bilder an andere versendet. Oftmals ist es das Ziel, eine Bestätigung der eigenen Person durch andere zu bekommen. So ist es z.B. Realität, dass Schülerinnen sich von ihren Mitschülern über Whats App bewerten lassen und somit ein „Schönheitsranking“ innerhalb einer Schule entsteht. Männliche Jugendliche haben schon sehr früh Kontakt zur Sexualität, da die Hürden im Internet extrem niedrig sind. Das, was auf „Youporn“ oder „Pornhub“ zu sehen ist, hat mit Liebe und Zuneigung allerdings recht wenig zu tun, sondern stellt nur Pornografie in allen erdenklichen Ausprägungen dar. Das Wesentliche einer Partnerschaft wird durch diese Art von Videos nicht vermittelt und es entsteht schnell der Eindruck, dass das Gesehene die tägliche Routine bedeutet. […]

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