Medienkompetenz für Azubis und für Ausbilder

Medienkompetenz für Azubis und für Ausbilder
27 Aug 2013

HandynutzerSoziale Netzwerke und neue Medien im Ausbildungsalltag 

Soll man die Nutzung sozialer Netzwerke, Smartphones, Videoplattformen während der Ausbildungszeit im Unternehmen verbieten, zulassen oder einschränken? Diese Frage beschäftigt viele Ausbildungsunternehmen und oftmals wird darauf geantwortet: „Ausbildungszeit ist Arbeitszeit, da soll gelernt und nicht gespielt werden – also verbieten wir es.“

In unserem Seminar „Medienkompetenz für Azubis“ gehen wir auch auf diese Frage ein und hören genau hin, wie uns Auszubildende die Sachlage beschreiben. Für viele Auszubildende ist es eine Zumutung, auf das Smartphone, WhatsApp usw. zu verzichten, da es zu deren Leben dazu gehört und nicht mehr wegzudenken ist.

 

Sicht der Auszubildenden

Junge Menschen sind sich aber oft darüber im klaren, dass ihr Verhalten, wie das ständige auf das Smartphone-Sehen und das Versenden von Nachrichten, für Unmut und Unverständnis bei reiferen Menschen sorgt. Deshalb schaut man auch während der Arbeitszeit in einem unbeobachteten Moment auf das Display- wenn sich der Ausbilder gerade nicht in der Werkstatt, dem Labor oder dem Büro aufhält. 

Sicht der Ausbilder

Im Gespräch mit vielen Ausbildern haben wir heraushören können, dass Ausbilder die neuen Technologien kaum selbst nutzen. Oftmals ist man als Ausbilder auch ein Stück frustriert, wenn man seine Azubis in den Pausen sieht und diese nur noch auf ihr Smartphone oder iPad schauen und die Unterhaltung mit anderen auf eine Minimum beschränkt wird.

Dies ist auch der Grund, weshalb wir vor 2 Jahren den Workshop „Ausbilden mit neuen Medien“ ins Leben gerufen haben. Wir wollen den Ausbilder die Varianten aufzeigen die heute, dank modernster Technologie, möglich und machbar sind, sowie einen Einblick in die Lebenswelt der Generation Z geben.

 

Beispiele aus der Praxis:

7 Banken aus dem Raum Stuttgart nehmen an einem Workshop teil, der sich über mehrere Wochen erstreckt und den Titel „Ausbilder Next“ trägt. Ziel ist es, zu erfahren, welche Technologien es heute gibt, wie diese funktionieren und wie wir diese gewinnbringend in die Ausbildung integrieren können. Die Banken gehen hier äußerst offen an diese Thematik heran und positionieren sich als zukunftsfähige Ausbildungsunternehmen.

Für ein Pharmaunternehmen entwickelt Smadias – Deutsche Ausbilderakademie ein Seminar für Auszubildende mit Mobile-Learning-Elementen. Azubis erhalten wöchentlich Kurzinformationen auf ihr Smartphone. Einige Tages später erhalten die Azubis dann Festigungsfragen, die sie auch wieder per Smartphone beantworten. Das Unternehmen nutzt konsequent die Möglichkeit neuer Medien in der Ausbildung- sowohl im technischen als auch im kaufm. Bereich.

Ein Versicherungskonzern aus dem Rheinland suchte auch nach zeitgemäßen Werkzeugen der Wissensvermittlung. Hier konnten wir eine interaktive Lernlandkarte entwickeln, auf die sowohl Auszubildende und DH-Studenten zugreifen können. Selbstverständlich wird auch hierbei eine Wissenskontrolle durchgeführt damit eine Nachhaltigkeit im Lernprozess sichergestellt werden kann. 

Der klassische Maschinenbauer setzt ebenso auf das Thema „Ausbilden mit neuen Medien“ und nennt sein Programm „Ausbildung 3.0“. Hier arbeiten Auszubildende, Studenten und Ausbilder zusammen im virtuellen Raum in der Cloud. Voneinander und miteinander Lernen bekommt hierdurch eine ganz neue Bedeutung – diese musste aber von den Ausbildern auch erst gelernt und verinnerlicht werden.

Empfehlung:

Das Fraunhofer Institut für Informationstechnik hat einen sehr guten Leitfaden mit dem Namen „Soziale Netzwerke bewusst Nutzen“ veröffentlicht. Dieser Leitfaden ist sehr gut für Ausbilder geeignet, die einen Einblick in die erlebnisreiche Welt der Sozialen Netzwerke erhalten und mehr über Chancen und Risiken erfahren möchten. 

Des weiteren empfehlen wir Ausbildern, sich mit den neuen Medien zu beschäftigen, diese aktiv zu nutzen um ein Verständnis dafür zu erhalten und dann Schritt für Schritt in den Ausbildungsalltag zu integrieren. Dieser Wissenserwerb kann durch zahlreiche Literatur, durch das Selbststudium oder ein Seminar erworben werden.
Haben Sie Mut und lassen Sie sich auf Neues ein – auch das ist eine Aufgabe der Ausbildung!

 

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Kommentare

  1. […] Nur durch den ständigen Austausch mit der Generation Y und Generation Z ist es uns möglich, gute Seminare und Workshops für Ausbildungsbetriebe […]

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