Ausbildungsreife

Ausbildungsreife
06 Mrz 2013

AusbildungsreifeAusbildung wird sich verändern.

Die Arbeitswelt hat sich in den letzten 15 Jahren stark gewandelt und ist wesentlich komplexer geworden. Damit wuchsen auch die Anforderungen an die Auszubildenden. Es entsteht der Eindruck, dass eine wachsende Anzahl Bewerber nicht Schritt halten kann und noch nicht über die nötige Ausbildungsreife verfügt.

Gleichzeitig führt der demografische Wandel unserer Gesellschaft in Zukunft zu immer weniger Schulabgängern, die dem Arbeitsmarkt und damit auch der beruflichen Ausbildung zur Verfügung stehen.

Die große Herausforderung für die Ausbilder ist es, die geringer werdende Zahl an Schulabgängern bei einer höheren Anzahl an nicht ausbildungsreifen Bewerbern erfolgreich auf die steigenden Anforderungen des Berufslebens vorzubereiten.

Unter Ausbildungsreife versteht man allgemein Fähigkeiten wie Zuverlässigkeit, die Bereitschaft zu lernen und Leistung zu zeigen, gewisse schulische Kenntnisse, Verantwortungsbewusstsein, Durchhaltevermögen, Sorgfalt, Konzentration, Höflichkeit, Konfliktfähigkeit und Anpassungsfähigkeit.

Eine genauere Definition gibt der nationale Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland. Er benennt folgende 5 Merkmale die die Ausbildungsreife bestimmen: Schulische Basiskenntnisse, psychologische Leistungsmerkmale, physische Merkmale, psychologische Merkmale des Arbeitsverhaltens und der Persönlichkeit sowie die Berufswahlreife. Jedem einzelnen Merkmal sind Kriterien zugeordnet, nach denen sich das Merkmal beurteilen lässt (weitere Informationen finden Sie im Kriterienkatalog zur Ausbildungsreife der Bundesagentur für Arbeit).

Neben der Ausbildungsreife ist die Berufseignung wichtig. Sie zielt auf die speziellen Fähigkeiten die in einem konkreten Beruf benötigt werden. Ein Bewerber kann durchaus über eine Ausbildungsreife verfügen, hat aber z.B. nicht die besonderen kommunikativen Fähigkeiten die für gewisse Berufe im Dienstleistungssektor benötigt werden.

Lösungswege können zum Einen die bessere Beratung von Schulabgängern sein, so dass Berufe gewählt werden die auch wirklich zu den Fähigkeiten des Schülers passen. Zum Anderen benötigen die Ausbilder weiterreichende pädagogische Kompetenzen, um auch weniger ausbildungsreife Bewerber so zu unterstützten, dass sie am Ende ihre Ausbildung erfolgreich abschließen können.

Share