Ausbildung 3.0 „Was nicht kaputt ist, muss man nicht reparieren“

Ausbildung 3.0  „Was nicht kaputt ist, muss man nicht reparieren“
30 Jul 2014

„Was nicht kaputt ist, muss man nicht reparieren“ – auf dem Weg zur Ausbildung 3.0

Ja, „Was nicht kaputt ist, muss man nicht reparieren“ das mag zunächst stimmen wenn man es auf einen Gegenstand bezieht. Beim genaueren Hinsehen stellt man aber schnell fest, dass dieses Argument hinkt. Diese Aussage stammt von einem Ausbildungsleiter der sich mit seinen Ausbildern auf den Weg zur Ausbildung 3.0 macht.

Unser Auto fährt uns regelmäßig von A nach B – es funktioniert. Und weil es funktioniert, muss man auch nichts daran machen. Die interessante Frage lautet jetzt, warum funktioniert es? Entweder ist es neu und hat eine bestimmte Qualität oder das Auto ist schon älter, ist aber dafür gut gewartet und in Schuss gehalten.

Der Ausbildungsleiter von dem der o.g. Spruch stammt, hatte vor 11 Jahren die Ausbildung übernommen und damals einige Dinge neu eingeführt. Lerninseln für kaufm. und technische Auszubildende, disziplinübergreifende Teamarbeit der Ausbilder, Fachteams die sich z.B. um das Thema Auswahl oder Ausbildungsmarketing kümmern und noch weitere, für damalige Verhältnisse „neue“ Methoden und Vorgehensweisen. Seit damals hat sich nun in der Ausbildung nicht mehr viel verändert. Alles geht seinen gewohnten Trott, die Azubis werden gut durch die Prüfung gebracht, die Gewinnung von Azubis stockt ein wenig, aber das ist bei anderen Ausbildungsunternehmen ja genau so – alles funktioniert also und wir können zufrieden sein.

Bestandsaufnahme rund um die Ausbildung

Der Blick von Außen bestätigt, dass die Ausbildung gegenwärtig erfolgreich aber für die Zukunft kaum gerüstet ist. Der Erfolg der letzten Jahre macht die Ausbildungsabteilung blind und hindert alle Beteiligten daran, sich zu fragen, wie ihre Ausbildung erneuert werden könnte. In einem Workshop zum Thema „Ausbildung 3.0“ haben wir mit den Ausbildern diese Fragestellung aufgegriffen und verschiedene Handlungsfelder bearbeitet. Zum einen haben wir uns intensiv mit den äußeren Rahmenbedingungen beschäftigt. Die Demografie mit ihren verschiedenen Generationen stand ebenso auf der Tagesordnung, wie die weltwirtschaftlichen Zusammenhänge denen das Unternehmen ausgesetzt ist oder die technologischen Veränderungen in den letzten Jahren, die das Unternehmen zwar mitgegangen, aber an der Ausbildung vorbeigegangen ist.

 

Der Blick nach Innen, in das Unternehmen und in die Ausbildung und die kritische Reflektion der Stärken und Schwächen in der Ausbildung brachte Beachtliches ans Licht. Die Organisationsstrukturen basieren immer noch auf dem Modell von 1998 welches damals nach einer Umstrukturierung eingeführt wurde. Die Ausbildung wird heute noch so organisiert und geplant wie vor 16 Jahren (es funktioniert ja..) und die Aufgaben der Ausbilder sind, bis auf minimale Abweichungen, gleich geblieben. Die Qualifizierung der Ausbilder  wurde auch kritisch untersucht und dabei wurde festgestellt, dass jeder Ausbilder in den letzten 16 Jahren immerhin 0,5 Tage Weiterbildung pro Jahr genossen hatte (8 Tage Weiterbildungstage innerhalb 16 Jahre).

Das Ergebnis der Analyse

Eine Analyse der Ergebnisse aus einer Mitarbeiterbefragung kam zu dem Schluss, dass das Ausbildungspersonal sehr loyal und auf Sicherheit bedacht ist. Einige von den Ausbildern sind klassische Bewohner des Unternehmens, die Mehrzahl sind Mitläufer – ob solch eine Konstellation für die Zukunft brauchbar ist, wird heute vom Ausbildungsbetrieb in Frage gestellt.

In einer Grafik haben wir im Workshop die Veränderungen der letzten Jahr skizziert, die einzelnen Namen der Beteiligten den Änderungen gegenübergestellt und alles auf einer Zeitachse erfasst. Das Ausbildungsunternehmen bekam so ein gutes Bild der IST-Situation. Im nächsten Schritt geht es darum, sinnvolle Veränderungen zu initiieren, die Ausbilder zu Beteiligten zu machen und zu überlegen, wie man die Ausbildung zukunftsfähig aufstellen kann.

 Ausbildung 3.0 und  zeitgemäß Ausbilden  – genau da wollen wir hin!

Der „alte“ Ausbildungsleiter ist sich bewusst, dass die damals eingeführten Methoden wie Lerninseln, Fachteams usw. heute nicht mehr zeitgemäß und zielführend sind und möchte sich auf den Weg zur Ausbildung 3.0 machen. „Mit allen Konsequenzen wollen wir eine neue Ära mitgestallten. Es gibt nicht nur eine optimale Ausbildung – es gibt wirklich eine Menge Chancen und Möglichkeiten, und wir müssen sie bloß alle entdecken und dann umsetzen“.

 

Wir freuen uns, dass wir dieses Unternehmen auf dem Weg zur Ausbildung 3.0 begleiten dürfen und haben jeden Menge Ideen, Methoden und Werkzeuge im Gepäck damit dies auch gelingt.  Methoden und Herangehensweise aus dem vergangen Jahrhundert müssen heute in Frage gestellt werden!

 

Haben Sie Interesse am Thema Ausbildung 3.0? Hier erhalten Sie Informationen über ein 1-tägiges Training.

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